Als Fremder steht man oft ratlos und schulterzuckend vor einem echten "Kölschen", wenn dieser so richtig mit dem "Kölsch", der Kölschen Mundart, loslegt.
Ehrlich und unverblümt, bildhaft und humorvoll, so ist der kölsche Dialekt. Was recht freundlich klingt, kann einem auch nach Übersetzung echt die Sprache verschlagen.
Wenn Sie in Köln sind überlegen Sie sich aber auf jedem Fall, was Sie wem an den Kopf werfen!! Und damit unsere Gäste auch verstehen, was sie bei uns typisch Kölsches bekommen, haben wir Ihnen einen kleinen Führer durch das "Weetschafts - Kölsch" zusammen gestellt:
Kölsch - obergäriges Bier, das nur in Köln gebraut, aber überall getrunken werden darf. Außerdem ist dies unsere Muttersprache
Weetschaff - gemütliche kölsche Bierkneipe
Köbes - der wichtigste Mann vor der Theke, denn er bringt das Kölsch
Zappes - der wichtigste Mann hinter der Theke, denn er zapft das Kölsch
Rievkooche - Reibekuchen
Flönz - eine leckere gewürzte und mit vielen Speckstücken gewürfelte Blutwurst
Blootwoosch - Blutwurst
Levverwoosch - Leberwurst nach Kölner Rezeptur
Öllich - Zwiebel, auch als Beilage zum "Kölsche Kaviar"
Kölsche Kaviar - wer beim Köbes einen kölschen Kaviar bestellt, sollte sich nicht wundern, wenn statt der bekannten schwarzen Perlen eine leckere gewürzte und mit vielen Speckstücken gewürfelte Blutwurst- Blootwosch- auf seinen Tisch landet. Mit Augenzwinkern zu verzehren
Kies - Käse, meist mittelalter Holländer
Hämmche - ein gepökeltes Eisbein in gekochtem Zustand. Als Beilage zum "Hämche" gibt es meistens Sauerkraut und Püree
Kappes - Kraut. Kann aber auch noch für eine andere Redewendung angewendet werden. Z.B. "Dat is äver Kappes", was soviel heißt wie "Das ist aber nicht so gut"
Soore Kappes - ganz einfach nur Sauerkraut
Soorbrode - Sauerbraten, in Essigsud eingelegtes Rindfleisch, gegart in einer pikanten Rosinensouce
Soore Nierche - sauer eingelegte Schweinenieren
Himmel un Ääd - gebratene Kölner Blutwurst, als Beilage Apfel-Kartoffel Püree
Ääpelschloot - Kartoffelsalat
Decke Bunne - Dicke Bohnen, meist mit Speck
Brodwosch - Bratwurst
Brotäpel - Bratkartoffeln
Röggelchen - ein Roggenbrötchen
Halver Hahn - auch hier gilt es aufzupassen! "Halver Hahn" hat mit einem "halv Hähnche" noch weniger gemeinsam als eine Mondfähre mit einem Luftballon. Mit einem "halven Hahn" bekommt der Gast " e Röggelcher mit Kies", das ist ein Roggenbrötchen mit einer dicken Scheibe mittelalten Holländer Käse und "Mostert". Schmeckt "echt jod" zum obergärigen Kölsch
Mostert - Senf
Thekenschaaf - altkölsche Bezeichnung für den "Beichtstuhl", wobei "Schaaf" auf hochdeutsch "Schrank" bedeutet. Heute sagt man eigentlich nur noch "Kontörchen". Von hier aus hat der Wirt alles im Griff
Ähzezupp - eine Erbsensuppe
Pittermännchen - ein 10-Liter Kölsch-Fässchen
Alaaf - meist wird ein Kölle vorweggestellt: Kölle Alaaf. Der Ausruf stammt wahrscheinlich von Coellen all aff, was soviel bedeutet wie Köln über alles. Und vergessen Sie nicht, das Kölle Alaaf drei Mal hintereinander zu brüllen.
DAS KÖLSCHE GRUNDGESETZ
Zusammenstellung kölscher Redensarten
Artikel 1 Sieh den Tatsachen ins Auge! Et es wie et es.
Artikel 2 Hab keine Angst vor der Zukunft! Et kütt wie et kütt.
Artikel 3 Lern aus der Vergangenheit! Et hät noch immer god gegange.
Artikel 4 Jammer den Dingen nicht nach! Wat fott es, es fott.
Artikel 5 Sei offen für Neuerungen! Et bliev nix wie et wor.
Artikel 6 Sei kritisch, wenn Neuerungen Überhand nehmen! Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.
Artikel 7 Füg dich in dein Schicksal! Wat wells de maache?
Artikel 8 Achte auf deine Gesundheit! Maach et god, ävver nit zo off!
Artikel 9 Stell immer die Universalfrage! Wat soll dä Käu?
Artikel 10 Komm dem Gebot der Gastfreundschaft nach! Drinks de eine met?
Artikel 11 Bewahr dir eine gesunde Einstellung zum Humor! Do laachs de dich kapodd.
Vergess nie: Jede Jeck es anders!
